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Haushaltsrede 2020 Dr. Wilke
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Rede zum Haushalt 2020

Rede des Vorsitzenden der CDU-Stadtratsfraktion, Dr. Axel Wilke, 12.12.2019

„Zusammenhalten # in unseren Städten“ – das war in diesem Jahr das Motto der Hauptversammlung des Deutschen Städtetags. Wie es gelingt, die Herausforderungen unserer Zeit zu meistern, Klimawandel, Wohnungsbedarf, Digitalisierung, geordnete Finanzen, darüber wurde in Dortmund im Juni 3 Tage lang durchaus kontrovers diskutiert. Aber in einem bestand absolute Einigkeit, und unser Bundespräsident Steinmeier hat es in seiner Rede treffend auf den Punkt gebracht:

„Nicht nebeneinander herlaufen, nicht nebeneinanderher leben, sondern zusammenkommen und zusammenhalten“, das sei die Botschaft dieses Städtetags.

Als CDU-Fraktion dieses Stadtrats können wir das nur unterstreichen. Das Gebot des Miteianders statt eines Nebeneinanders oder gar eines Gegeneinanders gilt nach unserem Verständnis auch im Verhältnis zwischen Kommunen und Kommunalaufsicht. Was wir dazu ganz aktuell aus Trier von der ADD vernehmen, ist, ist davon leider ziemlich weit entfernt. Ich werde darauf am Ende meiner Rede zurückkommen. Ich kann Ihnen, Frau Obernbürgermeisterin, aber schon an dieser Stelle die Unterstützung der CDU bei Ihrer Auseinandersetzung mit der Kommunalaufsicht versprechen.

Jetzt aber erst einmal zur politischen Tagesordnung in Speyer:

Stadtpolitik im größtmöglichen Konsens zu betreiben, indem wir immer mehr das Gemeinsame suchen, das sollte auch in der neuen Wahlperiode des Stadtrats unser aller Ziel sein. Koalitionen und Kooperationen werden nach unserem Verständnis nicht abgeschlossen, um sich gegenüber anderen abzugrenzen, sondern um politische Projekte, die den Menschen wichtig sind, voranzubringen. Das Wahlergebnis vom Mai hat uns gelehrt, dass viele Menschen, gerade Jüngere, neue Prioritäten gesetzt sehen wollen. Wir empfinden es als große Chance, diesen Prozess auch weiterhin verantwortlich mitzugestalten, nicht zuletzt, weil wir vieles von dem, was den Menschen wichtig ist, auch in der Vergangenheit bereits  durch Ratsinitiativen und Anträge auf den Weg gebracht haben,. Wir glauben auch, dass dieser Prozess besser gelingt, wenn die Stadtspitze breiter im Stadtrat verankert ist und die Zuständigkeiten im zukünftigen Stadtvorstand so geordnet werden, dass wichtige Themen der Zeit auch den ihnen angemessenen Platz in der Dezernatsverteilung erhalten.

Sie, Frau Oberbürgermeisterin, haben Ihren Vorschlag vorgelegt, wie die Dezernate verteilt werden sollen. Die Kooperation aus CDU, Bündnis 90/Die Grünen und SWG hat weit mehr als 90 % davon gut geheißen. Für den Rest aber haben wir eigene Vorstellungen entwickelt und sachlich begründet. Es wäre im Sinne des Zusammenhaltens, von dem ich eingangs sprach, gut, wenn Sie nun Kompromissbereitschaft zeigten und unsere Vorschläge aufgreifen. Damit wir uns alle schleunigst nur noch auf die Sacharbeit konzentrieren können.

Zwar geht es uns ganz offensichtlich gut in Speyer:

- bei der IHK-Standortumfrage 2018, die auch die sog. „weichen“ Ansiedlungsfaktoren abbildete, haben wir gemeinsam mit Landau den Spitzenplatz belegt; und

- bei der jüngst veröffentlichten ZDF-Familienstudie 2019 haben wir in Rheinland-Pfalz Platz 1 und bundesweit einen phänomenalen Platz 4 belegt.

Doch Herausforderungen für die Stadtpolitik gibt es auch 2020 genug:

1. Da haben wir zum ersten die Sperrung der Salierbrücke. Nicht schon im Frühjahr 2021, sondern frühestens im Jahr 2022 soll diese Lebensader wieder für den Verkehr der Region zur Verfügung stehen. Eine Katastrophe für Pendlerinnen und Pendler,, für die Arbeitgeber in Speyer, und für die lokale Wirtschaft, allen voran Einzelhandel und Gastronomie. Ich habe an dieser Stelle vor einem Jahr schon das Regierungspräsidium Karlsruhe scharf dafür kritisiert, dass man dort vor Jahren unter Ausschluss der Öffentlichkeit eine Entscheidung gegen einen Neubau und für eine Sanierung der Brücke getroffen hat. Diese Kritik erweist sich ein Jahr später als noch berechtigter als zuvor. Ich habe auch nicht das Gefühl, dass man dem Projekt und seiner schnellstmöglichen Vollendung in Karlsruhe das Interesse und die Einsatzbereitschaft entgegen bringt, die es verdient. Wir sehen jeden Tag Pendlerstaus am Übergang der B 9 zur A 61 und hören von teils erklecklichen Umsatzrückgängen im Einzelhandel und auch von ausbleibenden Bewerbungen aus Baden für offene Stellen in Speyer. Wir appellieren daher nochmals an dss Regierungspräsidium, alle denkbaren Beschleunigungsmaßnahmen zu ergreifen, insbesondere dafür zu sorgen, dass mit mehr Personal und wenigstens in den Sommermonaten „rund um die Uhr“ gearbeitet wird. Wir hier in Speyer müssen uns schleunigst Gedanken machen, ob das was bisher zur Schadensbegrenzung unternommen wurde, ausreicht oder Neues auf den Weg gebracht werden muss. Es geht – nicht zuletzt – auch um städtische Steuereinnahmen! 

2. Das Beispiel der Salierbrücke und nicht weit von Speyer auch der Hochstraßen in Ludwigshafen zeigt, wie wichtig es ist, kontinuierlich in die Infrastruktur zu investieren,. Viele große und kleine Katastrophen  haben ihre Ursache darin, dass in den 90er und 2000er Jahren mit ihren enormen Haushaltsdefiziten vieles notgedrungen „auf die lange Bank“ geschoben wurde. Ein gutes Beispiel dafür sind unsere teilweise erheblich in die Jahre gekommenen Schulgebäude. Energetische Sanierungen der Siedlungsschulen, der Zeppelinschule, der Werkstatt der Johann-Joachim-Becher-Schule, des Gymnasiums am Kaiserdom, aber auch die dringende Sanierung der Sportanlage der Siedlungsschulen sind für die CDU sämtlich wichtige Projekte. Wir sind der Bundesregierung für die Förderung durch das Kommunale Investitionsprogramm 3.0 dankbar, Wir haben uns vergewissert, dass die zur Umsetzung nötigen Haushaltsmittel bereits aus den Vorjahren noch bereit stehen oder im kommenden Haushalt bereitgestellt werden. Wir appellieren an das Land, zum einen die laufenden oder noch in Kürze zu stellenden Förderanträge, deren positive Verbescheidung wir brauchen, noch rascher zu bearbeiten und zum anderen die Fristen für den Abschluss der Maßnahmen und deren Abrechnung zu verlängern, weil diese Zeitfenster einfach zu eng gesteckt sind,. Und der Bauverwaltung drücken wir die Daumen, dass sich bei der Ausschreibung genügend willige und fähige Unternehmen zu den kalkulierten Preisen finden.

3. Große Bedeutung messen wir als CDU auch der Instandhaltung und Verbesserung von Stadträumen und der Verkehrsinfrastruktur zu. Die Neugestaltung des Heinrich-Lang-Platzes und des Platzes der Stadt Ravenna sind wichtige Projekte, Stadtteile attraktiver zu machen. Dass für beide Projekte nun Haushaltsmittel bereitgestellt werden, begrüßen wir. Wir begrüßen auch, dass weiter an der Umsetzung des Radverkehrskonzepts gearbeitet wird. Wenn allerdings auf der S 424 a des Haushaltsentwurfs dargestellt ist, dass dafür nur 75.000,-- € bereit stehen sollen, halten wir das für nicht ausreichend. Da muss noch deutlich mehr Nachdruck dahinter, weswegen die Kooperation beantragt, den Haushaltsansatz auf 150.000,-- € zu verdoppeln. Damit sollte es nicht nur möglich sein, den von uns für außerordentlich wichtig gehaltenen Durchstich von der Fritz-Ober-Straße zur Raiffeisenstraße anzupacken. Auch die Schaffung weiterer Fahrradstraßen, die wir als wichtigen Baustein der Verkehrswende ansehen, sollte dann möglich sein. In diesem Zusammenhang fordern wir auch noch einmal, dass Sie Frau Oberbürgermeisterin, der Bahn deutlich mehr Druck machen, was die Ertüchtigung der Bahnübergänge Schützenstraße und Mühlturmstraße angeht. Einmal wegen der Chance für eine Verkürzung der lästigen Schließzeiten. Aber auch, weil der damit verbundene Umbau der Mühlturmstraße durch die Stadt entsprechend der beschlossenen Planung einen Riesenschritt für die bessere Erreichbarkeit der Innenstadt zu Fuß und per Rad von Westen her bedeuten würde.

4. Von den Straßen und Plätzen komme ich zur digitalen Infrastruktur. Seit Jahren plädiert die  CDU für mehr Investitionen und Bemühungen für die „Digitale Stadt Speyer“. Wir sehen diesen Bedarf auch weiterhin. Wir freuen uns, dass unsere Stadtwerke große Anstrengungen unternehmen für den Ausbau eines stadtweiten Glasfasernetzes. Eine gigantische Aufgabe, bedenkt man das geschätzte Investitionsvolumen von ca. 60 Mio. Euro. Umso wichtiger dass auch die potentiellen Kunden mitziehen. Gerade läuft die Acquise für das Pilotprojekt Auestraße/Mausbergweg/Rosssprung. Leider ist bis heute noch nicht sicher ob wir dort die notwendige Zielmarke von 40 % Anschlussdichte erreichen. Ich kann nur an dieser Stelle appellieren, dass sich gerade die Unternehmen der Auestraße, Tullastraße und Nachtweide einen Ruck geben und ihren Anschluss buchen. Für die Zukunft der Stadt, ihre Wettbewerbsfähigkeit als Standort ist auf mittlere Sicht ein Glasfasernetz mit seinen ganz anderen Übertragungsraten genauso wichtig, wie es die Einführung der Elektrizität Ende des 19. Jahrhunderts war.

Das Zögern mancher bei der Bestellung eines Glasfaseranschlusses hat vielleicht auch etwas mit der gerade wieder durch eine neue Studie belegten Skepsis vieler Menschen gegenüber der Digitalisierung zu tun. Um „Digital für alle“ zu fördern, hat sich in diesem Jahr ein Bündnis von 21 Organisationen gebildet, darunter auch die Kommunalen Spitzenverbände. Ein Erfolg dieses Bündnisses ist, dass es im kommenden Jahr am 19. Juni erstmals einen „Digitaltag“ geben wird. Es sollen an diesem Tag bundesweit Aktivitäten stattfinden, um die Bedeutung und Chancen der Digitalisierung für die Menschen greifbar zu machen, Speyer sollte sich aus Sicht der CDU auf jeden Fall beteiligen. 

5. Ich komme zum nächsten Punkt, zur nächsten Herausforderung:

Wie im zu Ende gehenden Jahr müssen uns Wohnungsbau und Gewerbeflächenentwicklung auch 2020 ein wichtiges Thema sein. Die CDU unterstützt nachdrücklich die Planungen für das Pionierquartier im Bereich Ehemalige Kurpfalzkaserne. Der von der Verwaltung vorgeschlagene Weg, nach der grundsätzlichen Absichtserklärung vom April nun in die Überarbeitung des Flächennutzungsplans einzutreten, ist richtig. Das schafft auf mittlere Sicht dringend nötige Entwicklungspotentiale sowohl im Bereich Wohnen wie im Bereich Gewerbe. Parallel dazu sollen die Gespräche  über eine Interkommunale Zusammenarbeit mit der Gemeinde Otterstadt weitergeführt werden. Und mit der BImA ist der Erwerb der nicht von der Erstaufnahmeeinrichtung genutzten Flächen zu klären. Was uns dabei sehr helfen könnte, ist, dass durch die 2018 erlassene sog. „Verbilligungs-Richtlinie“ der BImA für jede Sozialwohnung, die auf der veräußerten Bundesimmobilie geschaffen wird, ein Preisnachlass von 25.000 € gewährt wird. Das sollten wir unbedingt nutzen!

Während das Pionierquartier noch Zukunftsmusik ist und sich leider auch die Umlegung Am Russenweiher unerklärlich lange hinzieht, gibt es ein anderes, kleineres  Stadtentwicklungsprojekt, das nach unserer Vorstellung sehr zeitnah zu realisieren wäre. Ich meine das Projekt „Erschwingliches Wohnen für Familien“ am Mausbergweg. Wir halten dieses Projekt, um das es zuletzt unerklärlich ruhig geworden ist, gerade auch als „Einheimischenmodell“ für ein gutes Projekt, Speyer als Wohnstadt für Familien attraktiv zu halten. Wir sprechen uns nachdrücklich dafür aus, dass dieses Projekt im kommenden Jahr nun umgesetzt wird.

Ein anderes Projekt, das der CDU am Herzen liegt und uns im kommenden Jahr weiter beschäftigen muss, ist das „Gemeinschaftliche Wohnen“ auf dem ehemaligen Sportplatz der Normand-Kaserne. Die Umsetzung ist geländebedingt leider weit schwieriger als wir uns das bei unseren beiden früheren Ratsanträgen vorgestellt haben. Aber wir lassen uns von dem Zwischenbericht zur Machbarkeitsstudie, den uns die Verwaltung im September erstattet hat, nicht entmutigen. Bis Ende dieses Jahres soll die Machbarkeitsstudie fertig gestellt sein. Wir gehen davon aus, und wünschen uns, dass sich der Ausschuss für Stadtentwicklung, Bauen und Konversion dann sehr zeitnah wieder mit dem Projekt beschäftigen wird.

Nicht entmutigen lässt sich die CDU-Fraktion auch beim Thema „Tor zur Pfalz“. Immer noch halten wir den Erwerb durch die Stadt oder ggf. auch durch die GEWO für die bessere Alternative als das Schicksal dieser Schlüsselimmobilie dem freien Market zu überlassen. In der Bauausschuss-Sitzung im September hatten wir uns für studentisches Wohnen in Kombination mit einer gastronomischen Nutzung des Erdgeschosses ausgesprochen. Damit hätten wir einerseits einen öffentlichen Zweck definiert, den diese Immobilie zweifelsohne braucht. Andererseits könnten wir dann auch passgenau die Nutzung des Erdgeschosses steuern. insbesondere eine Vinothek Wie sich beim Antrittsbesuch unseres Fraktionskollegen und Landtagsabgeordneten Michael Wagner beim Rektor der Universität ergab, besteht auch dort großes Interesse, das studentische Wohnungsangebot in Speyer zu erweitern. Hieran sollten wir unbedingt anknüpfen.

Kurz auch noch an dieser Stelle ein paar Wort zum Industriehof, den wir ja heute auch noch einmal separat auf der Tagesordnung haben:

Für uns hat sich nichts geändert gegenüber den ersten Beschlussfassungen vor der Oberbürgermeisterwahl. Ja, wir wollen dieses Gebiet als Heimat für Kleingewerbe, Existenzgründer, Künstler erhalten. Wir wollen, dass der Investor die Chance erhält und ergreift, hier ein für unsere Region einzigartiges, hochattraktives Ensemble zu schaffen, das – machen wir uns nichts vor - ohne ihn früher oder später dem völligen Verfall preisgegeben wäre. 

6. Die letzte große Herausforderung für die Stadtpolitik des Jahres 2020, der ich mich im Rahmen dieser Haushaltsrede widmen will, ist der lokale Umwelt- und Klimaschutz. Das Thema ist wahrlich nicht neu für den Speyerer Stadtrat und schon gar nicht für die CDU, sondern auf das Engste mit der Person von Gottfried Jung verknüpft. Das Thema hat aber durch die Wahlergebnisse landauf, landab und ein großes bürgerschaftliches Engagement unbestritten zusätzliche Schubkraft erhalten. Wir sind InSpeyered, der lokalen Fridays for Future-Initiative und vielen weiteren Initiativen aus der Mitte der Gesellschaft dankbar für ihr großes und nachhaltiges Engagement, für den neuen Unverpackt-Laden, für den Kampf von Ayla Schellenberger gegen den Plastikmüll. Auch wir Stadträtinnen und Stadträte sind gefordert, nicht nur einen Klimanotstand zu erklären, sondern auch ganz praktisch an seiner Überwindung zu arbeiten.

Einiges von mir bereits Angesprochene sind solche Schritte, wie z.B. deutlich mehr Geld für die Umsetzung des Radverkehrskonzepts. Und auch der S-Bahn-Halt Süd ist eine wichtige Maßnahme für den Klimaschutz, weil er das Umsteigen auf öffentliche Verkehrsmittel wieder nochmals attraktiver macht. Warum das Planfeststellungsverfahren nicht vorankommt, wird für uns immer nebulöser. Jetzt soll es angeblich die Bahn sein, die kein Interesse an einem raschen Termin für die Erörterung von Einwendungen gegen die Planung hat. Dass wir jetzt schon so lange auf den Termin warten, ist aus Sicht der CDU geradezu skandalös. Jede und jeder hier im Raum, vor allem auch Sie, Frau Oberbürgermeisterin, ist aufgerufen, alles in seiner Macht stehende zu tun, dass dieser Erörterungstermin nun endlich stattfindet.

Einen weiteren möglichen Schritt zur aktiven Förderung des Klimaschutzes, den die CDU heute zur Diskussion stellen will, haben wir uns in Augsburg abgeschaut. Dort bieten die Stadtwerke seit neuestem eine Mobilitäts-Flatrate für den Verkehr an. Unbegrenzte Nutzung von Bussen und Bahnen sowie ein gestaffelter Zugriff, auf Car-Sharing, Leihfahrräder und ggf. Elektroroller soll Kundinnen und Kunden den Verzicht aufs eigene Auto schmackhaft machen. Wir bitten die Stadtwerke dieses Projekt in seiner Entwicklung zu beobachten und auf seien Übertragbarkeit auf unsere Stadt zu prüfen.

Im Übrigen sehen wir erwartungsfroh dem uns für Ende des Jahres, also jetzt, von Frau Körner zugesagten Evaluationsbericht zum bisherigen Klimaschutzkonzept und der von uns vorgeschlagenen Sondersitzung des Stadtrats entgegen, in der wir gemeinsam mit allen Interessierten weitere nötige und sinnvolle Schritte zum lokalen Klimaschutz diskutieren wollen.

Im Rahmen der allgemeinen Umwelt-Politik ist es vor allem die 4. Reinigungsstufe unserer Kläranklage, die ich ein weiteres Mal für unsere Fraktion auf die politische Agenda setzen will. Gerade in einer Stadt mit zwei Krankenhäusern und vielen anderen medizinischen Einrichtungen, die das Abwasser mit Medikamentenrückständen belasten, gibt es dafür einen besonderen Bedarf. Aber leider haben wir nach wie vor nicht den Eindruck, dass die Entsorgungsbetriebe sich um dieses Thema so kümmern wie es es verdient.

Ich komme zur abschließenden Würdigung der Haushalts-Vorlage:

Ein kalkuliertes Haushaltsdefizit von knapp 10 Mio € ist zwar nicht schön, ist aber für uns vertretbar. Dank der Detailarbeit des Kollegen Rottmann, dem ich ausdrücklich für seinen außerordentlichen Einsatz danken will, sind zwischenzeitlich einige Berichtigungen und Verbesserungen in den vorgelegten Entwurf eingeflossen. In der Summe reden wir da immerhin über den stattlichen Betrag von 4.738.640 €! Der von der Kooperation Anfang des Monats eingebrachte Haushalts-Änderungsantrag hat auf diese Weise also bereits zu einer erheblichen Verbesserung des kalkulierten Haushaltsergebnisses geführt. Die Punkte des  Antrags, die die Verwaltung nicht aufgegriffen hat – wir reden da über eine Summe von 601.000 € - sind nicht so eindeutig, dass wir dies heute zur Abstimmung stellen müssten. Insoweit erklären wir en Antrag vom 03. Dezember für erledigt.

Wie eine Bombe hat nun aber auch bei uns die Ankündigung der ADD eingeschlagen, unseren Haushalt nicht genehmigen zu wollen, wenn wir uns tatsächlich trauen, ein Defizit von ca. 10 Mio € auszuweisen. Diskussionen mit der ADD über die Haushaltsgenehmigung sind zwar nichts wirklich Neues. Dass nun aber schon vor der Beschlussfassung im Stadtrat Druck aus Trier ausgeübt wird, das ist neu und kein guter Stil. Ich hatte das schon eingangs kritisiert und widerhole diese Kritik nochmals ausdrücklich.

Wie darauf reagieren? Das einfachste wäre, einfach ein paar Haushaltsansätze auf der Einnahmeseite so hoch zu setzen, dass sie den Haushalt ausgleichen – schon wäre die ADD versöhnt. Es ist geradezu absurd, dass die ADD nur auf die Haushaltsansätze sieht und keinen Blick auf die Haushaltsergebnisse wirft. Die - wie wir alle wissen - in den letzten Jahren regelmäßig besser waren als der Haushalt selbst. Auch dieses Jahr haben wir wieder den Eindruck, dass an manchen Stellen die Verwaltung Einnahmen eher unter- und Ausgaben eher überschätzt, was ja zum Teil auch schon Gegenstand unseres Haushaltsantrags vom 03. Dezember war. Vielleicht gib t es aber noch weitere solche Haushaltsreserven. Unseres Erachtens muss das in der Steuerungsgruppe Haushalt unvoreingenommen diskutiert werden, um dann ggf. in einem Nachtragshaushalt berücksichtigt zu werden. Dort wird man dann auch sehen müssen, was aus manchen bisher geplanten Mehrausgaben, z.B. für zusätzliche Stellen in der Stadtverwaltung wird. Ggf. ist auch über andere Sparmaßnahmen zu reden. Was ich aber schon heute klar und deutlich erkläre ist: die im vergangenen Jahr vor allem auf unserer Initiative beschlossenen zusätzlichen Finanzmittel für die Kultur, die Sportvereine und die sozial ehrenamtlichen tätigen Organisationen werden wir mit Zähnen und Klauen verteidigen!

Für heute bleibt die CDU also trotz der Drohbotschaft aus Trier dabei, dass wir dem Haushalt mit seinem ausgewiesenen Defizit gds. zustimmen. Er bietet eine gute Grundlage, Speyer zukunftsfähig zu halten und positiv weiterzuentwickeln. Wenn wir dann am Ende um einen Nachtragshaushalt doch nicht herumkommen, wäre das so ähnlich wie in Ludwigshafen, wo am letzten Montag eine Ratsmehrheit die Erhöhung der Grundsteuer abgelehnt hat, gestern die Oberbürgermeisterin diesen Beschluss unter dem Druck der ADD als rechtswidrig beanstandete und nun der Stadtrat vor Weihnachten nochmals zu einer Sondersitzung zusammenkommen muss, um ein weiteres Mal über eine Grundsteuerhöhung Beschluss zu fassen.

Ungeachtet wie die Diskussionen mit der ADD ausgehen, ob es einen Nachtragshaushalt geben wird oder nicht, so sollte deren Intervention allerdings auf jeden Fall Ansporn für Sie, Frau Oberbürgermeisterin, sein, im Rahmen des Haushalts noch stärker auf die Wirtschaftlichkeit der Verwaltung zu achten. Wir erinnern Sie daran, dass es Ihrem Vorgänger, Oberbürgermeister Eger, gelungen ist, 4 von 8 Amtsjahren mit einem Haushaltsüberschuss abzuschließen. Sie selbst haben das auch in Ihrer Haushaltsrede positiv vermerkt, ohne allerdings dem dafür Verantwortlichen auch den nötigen Dank und Respekt zu erweisen. Dies will ich nun an dieser Stelle für die CDU-Fraktion ausdrücklich nachholen. Wie Ihre erste Haushaltsabrechnung im kommenden Jahr aussehen wird, warten wir ab, die Messlatte liegt jedenfalls hoch.

In diesem Sinne, mit dem Vorbehalt des von mir eingebrachten Änderungsantrags für den Radverkehrsausbau, stimmt die CDU-Fraktion dem Haushalt 2020 zu.

Abschließend gilt mein herzlicher Dank der Stadtspitze, Oberbürgermeisterin Seiler und Bürgermeisterin Kabs, sowie allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Stadt und ihrer Töchter, für ihr großes Engagement. Die CDU-Fraktion freut sich auf die Zusammenarbeit mit Ihnen auch im kommenden Jahr! Ganz so wie ich es ganz am Anfang zitiert habe: Nicht indem wir nebeneinander herlaufen, nicht nebeneinanderher leben, sondern indem wir zusammenkommen und zusammenhalten!

 
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