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Neuigkeiten
26.03.2019, 17:42 Uhr | Dr. Maria Montero-Muth Übersicht | Drucken
CDU beantragt Fortführung und Erweiterung des psychomotorischen Bewegungsprojektes für Vorschulkinder
Zusammenarbeit mit Stadtsportverband, Kitas und Sportvereinen soll intensiviert werden

Die CDU-Stadtratsfraktion beantragt mit Schreiben vom 21.03.2019, das in 2018 begonnene und erfolgreiche Bewegungsprojekt für Vorschulkinder fortzuführen und auf alle 5-jährigen Vorschulkinder auszudehnen.


Förderung psychomotorischer Bewegungsangebote für alle Vorschulkinder (5jährige Kinder) in Speyer.

Sehr geehrte Frau Bürgermeisterin,

wir bitten, folgenden Antrag in der nächsten Sitzung des Jugendhilfeausschusses zu behandeln:

Das im Jahr 2018 angelaufene psychomotorische Bewegungsprojekt für Vorschulkinder in Kooperation mit dem Stadtsportverband, Kitas und Sportvereinen wird fortgeführt und soll schnellstmöglich auf alle 5-jährigen Vorschulkinder ausgedehnt werden. Die Verwaltung wird gebeten zu prüfen, ob die dafür im Jahr 2019 noch notwendigen Deckungsmittel in Höhe von 8.000 € durch interne Umschichtungen finanziert werden können.

Begründung:

Bewegung ist ein Lebenselixier. Wir brauchen die Bewegung essentiell für unsere Gesundheit. Die Realität zeigt, dass immer mehr Kinder unter den Folgen der Bewegungsarmut leiden. Übergewicht, Adipositas, Diabetes mellitus, Haltungsschäden und nicht zu unterschätzen emotionale und psychische Auffälligkeiten nehmen zu. Die Ursachen sind vielschichtig: Veränderte Lebenswelt mit hohem Medienkonsum, auch veränderte Familienstrukturen (Alleinerziehende, Vollzeittätigkeit beider Eltern) spielen eine Rolle.

Es existieren viele wissenschaftliche Studien, die die Folgen der Bewegungsarmut beschreiben. Eine kürzlich erschienene Studie aus Kanada (JAMA Pediatr. 2019) belegt, dass Kinder mit hohem Medienkonsum motorische, sprachliche und soziale Entwicklungsstörungen aufweisen.

Die Studien liefern uns keine Hinweise zur praktischen Umsetzung, die der Frage nachgehen:

„Wie bekommen wir die Kinder zu mehr Bewegung!“

Nach einem Stadtratsbeschluss vom 01.02.2018 konnte das Präventionsprojekt psychomotorische Bewegungsförderung für Vorschulkinder in Kitas begonnen werden. Das Projekt wurde 2018 durch die AOK finanziell gefördert.  Bisher nehmen 150 Kinder (10 Kitas) teil.

Das Projekt wird durch einen Studenten der pädagogischen Hochschule Weingarten am Bodensee wissenschaftlich begleitet. Die teilnehmenden Kinder durchlaufen einen Eingangstest, in dem motorische Fähigkeiten evaluiert werden. Erschreckend sind die Ergebnisse des Motorikscreening-Tests. Nach Schulnoten umgerechnet erreichen die Kinder in Aktionsschnelligkeit, Schnellkraft, Beweglichkeit, Koordination die Noten 3-5. Im 2. Messzeitpunkt nach 10 Wochen konnten sich die Kinder in Koordination und Beweglichkeit um eine Note verbessern. Nach Ablauf des Jahres wird der Test wiederholt werden. Die vorläufigen Ergebnisse zeigen uns auf, dass das Projekt einen positiven Effekt auf die Motorik erzielt. Es ist enorm wichtig dieses Projekt gegen die Folgen von Bewegungsarmut und psychischer Auffälligkeiten weiterzuführen.

Noch ein weiterer positiver Effekt wird verzeichnet, denn einzelne Eltern haben vor Ablauf des Jahres ihre Kinder zu weiteren Sportangeboten in den Sportvereinen angemeldet. 

Aufgrund der bisherigen Ergebnisse soll das Angebot schrittweise auf die 450 Vorschulkinder in Speyer ausgeweitet werden. In Kooperation mit der Stadt, Stadtsportverband, Sportvereine und Kitas möchten wir nun allen 5-jährigen Kindern ein kostenfreies, flächendeckendes Bewegungsangebot anbieten. Die Kitas sind eine Lebenswelt in der sich Prävention besonders lohnt. Nach dem Motto: „Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr.“

Jede Woche geht eine Kitagruppe mit ca. 15 Kindern mit ihrer Erzieherin zu Fuß in eine nahegelegene Sporthalle. Bisher nehmen 150 Kinder (10 Kitas) am Projekt teil. Es ist wichtig, dass die Kinder hin -und zurücklaufen. Schon der Laufweg ist Bewegung und zugleich Verkehrserziehung. Dort erwartet sie ein qualifizierter Übungsleiter eines Speyerer Sportvereins mit einer aufgebauten Bewegungslandschaft. In den Übungsstunden werden Bewegungsabläufe wiederholt und die motorischen Grundfähigkeiten wie rennen, balancieren, Umgang mit Bällen, Kraft, Koordination und Ausdauer geschult. Freude und Spaß werden vermittelt. Sozialkompetenzen wie konzentriert zuhören, Aufmerksamkeit, Empathie und Rücksichtnahme lernen die Kinder im Team. Die in Psychomotorik geschulten Übungsleiter zeigen Möglichkeiten auf, mit eigenen negativen Gefühlen umzugehen und in positive Energie zu lenken. Schon nach einigen Wochen ist aus 15 Einzelkämpfern ein Team geworden. In den Sommermonaten erfolgen Ausflüge auf Spielplätze und Einladungen auf Sportfeste.

Ein weiteres Ziel ist es die Familien einzubinden und mit den Angeboten der Sportvereine vertraut zu machen. Nach Ablauf eines Jahres erhalten die teilnehmenden Kinder Gutscheine für einen Sportverein in ihrer Nähe, damit sie weiterhin Grundlagen für ein möglichst lebenslanges Sporttreiben legen können. Neu ist, dass das Projekt erstmalig Kinder von bewegungsfernen Familien erreicht. Diese Zielgruppe ist von großem Interesse, denn die Kinder lernen Spaß an Bewegung, Teambildung und Sportvereine kennen.

Aus unserer Sicht sollte unbedingt  eine langfristige und nachhaltige Sicherung des Bewegungsangebotes erzielt werden. Die Förderung von Gesundheit durch Bewegung ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe  und die Verantwortlichen benötigen für die weitere Fortführung die auch finanzielle Unterstützung durch die Kommune. Dem dient unser Antrag.

Nach Berechnung des Stadtsportverbandes sind ca. 24.000 Euro/Jahr für die aus unserer Sicht wünschenswerte Ausweitung des Projektes nötig, um die qualifizierten Übungsleiter in Psychomotorik zu vergüten. Da in diesem Jahr Drittmittel bereits soweit eingeworben werden konnten, dass die Deckungslücke nur noch 8.000,-- € beträgt, gehen wir davon aus, dass dieser Betrag im aktuellen Haushaltsvollzug bereit gestellt werden kann.



aktualisiert von Jörg Zehfuß, 26.03.2019, 17:57 Uhr


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