Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,
wir bitten, folgenden Antrag auf die Tagesordnung der nächsten Stadtratssitzung zu nehmen:
Die Verwaltung wird beauftragt, den Entwurf eines Schulentwicklungsplans mit folgenden Eckpunkten aufzustellen:
1. Die Siedlungsschule und die Burgfeldschule werden als Realschulen Plus weitergeführt. Die integrierte Schulform der Siedlungsschule bleibt erhalten.
2. Das Schulzentrum Ost, das bisher eine Real- und eine Hauptschule umfasst, wird zu einer Integrierten Gesamtschule weiterentwickelt.
3. Eines der beiden Gymnasien an der Dudenhofer Straße soll als Ganztagsschule in G8-Form weitergeführt werden.
4. An der Johann-Joachim-Becher-Schule wird vorbehaltlich der Genehmigung durch das Land ein Wirtschaftsgymnasium vorgesehen.
Begründung:
Die Schullandschaft hat sich in den letzten Jahren erheblich verändert. Die Gymnasien weisen ganz erheblich gestiegene Schülerzahlen auf. In Speyer sind sie an der Grenze der Belastbarkeit angelangt und können die Nachfrage nicht mehr vollständig decken. Demgegenüber sind die Schülerzahlen an den Hauptschulen massiv zurückgegangen. Mit der bevorstehenden Novellierung des rheinland-pfälzischen Schulgesetzes werden die Hauptschulen in die neue Schulform Realschule Plus integriert. Es ist nicht ausgeschlossen, dass dies die Nachfrage nach Gymnasialplätzen weiter erhöht. Die Stadt steht somit vor der Notwendigkeit, die Schullandschaft in Speyer neu zu ordnen. Nach dem neuen Schulgesetz hat dies auf der Grundlage eines Schulentwicklungsplans zu geschehen.
In Gestalt eines Runden Tisches hat die Verwaltung mehrfach die Situation mit den Vertreterinnen und Vertretern der Schulen unter Beteiligung der Schulaufsicht erörtert. Diese Diskussion ist noch nicht abgeschlossen. Aber es ist sinnvoll, sie anhand von Eckpunkten zu strukturieren, die auch Grundlage des aufzustellenden Schulentwicklungsplans werden. Ein entgültiger Beschluss über den Schulentwicklungsplan darf erst dann erfolgen, wenn seine Inhalte mit den Vertretern der Schüler, Lehrer und Eltern abgestimmt worden sind.
Nach dem bisherigen Verlauf der Diskussion ist der Wunsch nach der Weiterführung der Siedlungsschule-Hauptschule und der Burgfeldschule als Realschule Plus unstrittig. Die von der CDU in den letzten Monaten mehrfach angesprochene Möglichkeit, das Schulzentrum Ost in eine Integrierte Gesamtschule umzuwandeln, erscheint als ein realistischer Weg, das schulische Angebot in Speyer zu erweitern und etwas Druck von den Gymnasien zu nehmen. Dies wäre zusätzlich auch mit der bei der Landesregierung bereits beantragten Einrichtung eines Wirtschaftsgymnasiums möglich, das für eher praxisorientierte Schülerinnen und Schüler eine attraktive Alternative zu den übrigen staatlichen Gymnasien werden könnte. Angesichts der Breite des Bildungsangebots in Speyer wäre es im übrigen angemessen, wenn eines der Gymnasien in Ganztagsform geführt das Abitur bereits in acht Jahren anbieten würde. Für Eltern und Schüler, die daran nicht interessiert sind, stünden ausreichende andere Möglichkeiten mit einer herkömmlichen achteinhalbjährigen Gymnasialzeit zur Verfügung.
Insgesamt erscheinen die im Antrag aufgeführten Eckpunkte gut geeignet, um der Schulstadt Speyer eine gute Zukunftsperspektive zu geben.
Mit freundlichen Grüßen,
Dr. Gottfried Jung
Fraktionsvorsitzender